What’s new in Breast Imaging (German) – September 2020

2 Jahren ago

 

 

Nicht raumforderende Kontrastmittel-Anreicherung von Brustläsionen: Diagnostische Leistung der kinetischen Auswertung von Ultrafast und Standard dynamischer MRT im Vergleich zur morphologischen Auswertung.

Mori, N., Sheth, D., & Abe, H. (2020).

American Journal of Roentgenology, 215(2), 511-518.

Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32452698/

In dieser Studie versuchten die Autoren herauszufinden, ob kinetische Parameter aus ultraschneller und standard dynamic contrast-enhanced MRT (DCE-MRT), wenn verglichen mit der Tumormorphologie, gutartige von bösartige nicht-raumforderende Kontrastmittel-Anreicherung (NME) unterscheiden können. Siebenundsiebzig aufeinanderfolgende Patienten mit NME (54 bösartig und 23 gutartig) erhielten Brust-MRT. Erfahrene Brustradiologen bewerteten NME morphology und ordneten jedem Tumor einen Malignitätswahrscheinlichkeitswert von 0-100% zu. Kinetische Parameter wurden berechnet sowohl für Ultraschnell- als auch für Standard-DCE-MRT und gutartige und bösartige Läsionen wurden verglichen. Im Vergleich zu gutartigen Läsionen, zeigten bösartige Läsionen höhere Morphologie basierte Malignitätswahrscheinlichkeitswerte (p<0.0001). Maligne Läsionen hatten statistisch signifikant höhere Werte im Vergleich zu gutartigen Läsionen für die folgenden Parameter: Rate der Signalerhebung, obere Grenze der Signalintensität, AUC30 (Integration der kinetischen Kurve von 0 bis 30 Sekunden) und anfängliche Steigung der kinetischen Kurve in der ultraschnellen DCE-MRT. Darüber hinaus waren das Signalverbesserungsverhältnis (SER) und die anfängliche Verbesserungsrate auf Standard-DCE-MRT bei bösartigen Läsionen deutlich höher. Es gab jedoch keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen dem morphologischen Score, AUC 30 oder SER. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass bei der Unterscheidung zwischen gutartiger und bösartiger NME die kinetischen Parameter bei DCE-MRT ebenso wirksam waren wie die morphologische Charakterisierung.

 

Links-rechts Asymmetrie der Brust und Risiko für Screen-detected- und Intervallkarzinom in einer grossen Population-basierten

Hudson, S. M., Wilkinson, L. S., Stavola, B. L., & Dos-Santos-Silva, I. (2020).

The British Journal of Radiology, 93(1112), 20200154.

Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32525693/

In dieser Studie versuchten die Autoren, den Zusammenhang zwischen mammographischer Asymmetrie und Brustkrebserkennung in verschiedenen Zeitintervallen zu untersuchen. Automatisierte Berechnungen, die auf fast 80.000 mammographischen Bildern basierten, wurden verwendet, um asymmetrical dense volume (DV) and breast volume (BV) in einer großen und ethnisch vielfältigen Population eines britischen Brustkrebs-Screening-Programms zu bestimmen. Der Zusammenhang zwischen Asymmetriemessungen und den Odds der Brustkrebserkennung während des zeitgleichen Screenings (am selben Tag) wurde anhand logistischer Regressionsmodelle berechnet. Darüber hinaus ergaben verschachtelte Fall-Kontroll-Studien die Korrelation zwischen Brustasymmetrien und Brustkrebserkennung bei Folge-Screenings oder zwischen Screenings (Intervalldiagnose). Die Autoren entdeckten eine positive Korrelation zwischen den Odds von zeitgleicher Brustkrebserkennung und asymmetrischem DV (aber nicht BV), mit einer stärkeren Assoziation beim Erst-Screening. Es bestand eine positive Korrelation zwischen den Odds der Intervallkrebserkennung und sowohl BV- als auch DV-Asymmetrie. Weder BV- noch DV-Asymmetrie waren mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Krebserkennung auf  Folge-Screenings verbunden. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass das Risiko einer zeitgleichen oder Intervall basierten Brustkrebsdiagnose mit einer erhöhten DV-Asymmetrie verbunden ist. Ebenso korrelierte die Intervall-Brustkrebsdiagnose positiv mit BV-Asymmetrie.

 

Spielt der kontrastmittelversärke Ultraschall eine Rolle in der Diagnose von Brustläsionen mit Verkalkungen? Ein Vergleich mit der Mamma-MRT.

Pan, J., Tong, W., Luo, J., Liang, J., Pan, F., Zheng, Y., & Xie, X. (2020).

The British Journal of Radiology, 93(1112), 20200195.

Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32463295/

In dieser Studie versuchten die Autoren, die diagnostische Effizienz von kontrastverstärktem Ultraschall BI-RADS (CEUS-BI-RADS) mit MRT-BI-RADS bei der Diagnose von Brust Tumoren mit Kalzifikationen zu vergleichen. Einundfünfzig Patienten wurden in die Studie einbezogen, und 52 Brust Tumoren mit Kalzifikationen wurden im Ultraschall durch echoreiche Foci nachgewiesen. Den einzelnen Tumoren wurde  ein  BI-RADS 3-5 Score auf konventionellem Ultraschall zugewiesen. Die Patienten wurden dann CEUS und MRT unterzogen und erhielten zusätzliche BI-RADS-Klassifikationen. Die Autoren fanden keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den drei Modalitäten was die Sensitivität oder AUC ROC (p>0,05) betraf; sie stellten jedoch fest, dass die Spezifität und Genauigkeit von CEUS-BI-RADS im  Vergleich zu US-BI-RADS und MRT-BI-RADS (p<0.05) signifikant höher war. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Anwendung von CEUS-BI-RADS die diagnostische Effektivität bei Brust Tumoren mit Verkalkungen im Vergleich zu MRT-BI-RADS erhöht.

 

Diagnostische Leistung der standard Mamma-MRT im Vergliech zur dedizierten axillären MRT in der Beurteilung vom Lymphknoten-negativen und Lymphknoten-positiven Mammakarzinom.

Samiei, S., Smidt, M. L., Vanwetswinkel, S., Engelen, S. M., Schipper, R., Lobbes, M. B., & Nijnatten, T. J. (2020).

European Radiology, 30(8), 4212-4222.

Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32221685/

In dieser Studie verglichen die Autoren die diagnostische Effektivität der Brust-MRT mit vollständigem Field of View (FOV) der Axillar-Region mit einer speziellen axillären MRT bei Lymphknoten-negativem und Lymphknoten-positivem Brustkrebs. An der Studie nahmen 47 Patienten teil, die sich vor der Operation sowohl einer Brust-MRT als auch einer speziellen axillären MRT unterzogen hatten. Erfahrene Brustradiologen überprüften nicht-verstärkte T2-gewichtete (T2W) und diffusionsgewichtete (DW) Bilder beider MRT-Untersuchungen. Die Autoren fanden keinen statistisch signifikanten Unterschied in der diagnostischen Leistung zwischen Brust-MRT und  axillärer MRT. Darüber hinaus stellten die Autoren fest, dass gutartige und maligne Lymphknoten ähnliche ADC-Werte auf DW-Bildgebung sowohl bei der Brust- als auch auf der axillären MRT-Untersuchungen zeigten. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass T2W Brust MRT mit vollständiger FOV der Axillar-Region vergleichbar ist mit T2W axillärer MRT für die Beurteilung von Lymphknoten-negativer und Lymphknoten-positiver Erkrankung. Zusätzlich entdeckten die Autoren, dass DW-Bildgebung und ADC-Werte keine klinisch signifikante Information erbrachte die es erleichtern könnte zwischen bösartigen und gutartigen Lymphknoten zu unterscheiden.

 

Männliche Patienten mit einseitigen Beschwerden der Brust: ein optimales bildgebendes Vorgehen.

Yoon, B., Chae, E. Y., Cha, J. H., Shin, H. J., Choi, W. J., & Kim, H. H. (2020).

European Radiology, 30(8), 4242-4250.

Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32242274/

In dieser prospektiven Studie versuchten die Autoren, den diagnostischen Nutzen der bilateralen Mammographie für männliche Patienten mit einseitigen Beschwerden der Brust zu bestimmen. Zweihunderteinundsiebzig Männer unterzogen sich einer beidseitigen Mammographie und erhielten eine modifizierte BI-RADS-Punktzahl von 1-5. Erfahrene Brustradiologen befundeten sowohl einseitige als auch beidseitige Untersuchungen. Kontralaterale Befunde und die durchschnittliche Drüsendosis für beide Brüste wurden  aufgezeichnet. Brustkrebs wurde bei 10,7 % der männlichen Patienten mit einer einseitigen Problematik diagnostiziert. Es existierten keine Fälle von beidseitigem Brustkrebs. Die Autoren fanden außerdem keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen der diagnostischen Leistung einseitiger und bilateraler Befunde.  Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die einseitige Mammographie gleich gut wie die beidseitige Mammographie in der Diagnose von Brustkrebs bei Männern mit einseitigen Brustbeschwerden ist.

 

Muskelmasseverlust nach neoadjuvanter Chemoterapie bei Brustkrebs: Quantifizierung in Mamma-MRT mittels der pectoralis muscle area.

Rossi, F., Torri, L., Lambertini, M., Giorgis, S. D., Calabrese, M., & Tagliafico, A. S. (2020).

European Radiology, 30(8), 4234-4241.

Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32232787/

In dieser Studie versuchten die Autoren, die Unterschiede zwischen den Werten der Pectoral Muscle Area (PMA) vor und nach einer Behandlung mit neoadjuvanter Chemotherapie (NAC) zu untersuchen. Sie stellen fest, dass die Quantifizierung von PMA-Veränderungen klinisch signifikant ist, da der Verlust der Skelettmuskelmasse ein bekannter Prädiktor für Toxizität und schlechte Ergebnisse bei Brustkrebspatientinnen ist. 150 Patienten, die jeweils vor und nach der NAC, MRT-Untersuchungen erhielten, wurden in die Studie einbezogen. Zwei erfahrene Brustradiologen berechneten PMA für beide Untersuchungen. Die PMA-Werte nach der NAC lagen deutlich unter den Werten vor NAC (p<0.001). Die Autoren fanden keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen non-responders und complete oder partial responders nach RECIST-Kriterien. Darüber hinaus fanden die Autoren keine signifikanten Assoziationen zwischen Veränderungen in PMA und Alter, Hormonrezeptorstatus, Ki-67-Expression, histologischem Typ/Grad oder Lymphknotenstatus. Die Autoren kamen zu dem Schluss,dass PMA bei Brustkrebspatientinnen nach Erhalt von NAC  signifikant abgenommen hat und dass die MRT in der Lage ist, diese Metrik abzuschätzen.

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