What’s new in Liver Imaging (German) – November 2020

4 Jahren ago

HCC

 

Die Liver Imaging Reporting and Data System- (LI-RADS-) Tumorinfiltration in die Vene (LR-TIV) Kategorie: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.

Kim DH, Choi SH, Park SH, et al. Eur Radiol. Springer; 2020;1–10.

Available from: http://link.springer.com/10.1007/s00330-020-07282-x.

Schlüsselwörter: LI-RADS, MRT, CT, HCC

Klinische Frage:

  1. Was ist die zugrundeliegende Ursache in Fällen die als LI-RADS Tumorinfiltration in die Vene (LR-TIV) kategorisiert wurden?
  2. Was ist der Grund für die Heterogenität in radiologischen Berichten für LR-TIV?

Was wurde getan?: Aus gepoolten meta-analytischen Daten von Fällen mit LR-TIV Kategorisierung wurden Prozentsätze von HCC-Fällen gegenüber Nicht-HCC-Fällen berechnet.

Wie wurde dies durchgeführt?: Eine Meta-Analyse von 16 Studien wurde durchgeführt, die über MEDLINE und EMBASE gesammelt wurden. Darunter waren 150 Fälle mit LR-TIV- Kategorie, von denen 98 (65%) auf ein HCC und 52 (35%) auf Nicht-HCC-Tumoren zurückzuführen waren.

Ergebnisse: Meta-analytisch gepoolte Prozentsätze zeigten, dass 70,9% der LR-TIV-Fälle ein HCC und 29,2% Nicht-HCC- Tumoren als Ursache hatten. Fälle mit Hepatitis C hatten höhere gepoolte Prozentsätze von HCC als Ursache für die LR-TIV. Interessanterweise waren in den 6 Studien, in denen nur die pathologische Diagnosestellung als Referenzstandard verwendet wurde, die gepoolten Prozentsätze an HCC-Fällen niedriger als der Durchschnitt. Die anderen 10 Studien verwendeten eine Kombination aus pathologischer Diagnosestellung und bildgebendem Follow-up als Referenzstandard.

Schlussfolgerung: Abhängig vom Referenzstandard, den geografischen Unterschieden und dem Studiendesign war das HCC häufiger eine zugrunde liegende Ursache für eine LR-TIV Klassifikation als andere Tumoren.

Implikationen: Jede Malignitätsform kann eine Tumorinfiltration in die Vene verursachen, dabei ist das HCC die häufigste Ursache. Der für die Diagnose verwendete Referenzstandard kann den Prozentsatz von HCC und Nicht-HCC-Fällen bei LR-TIV- Kategorisierung beeinflussen. Das Studiendesign erwies sich als ein signifikanter Faktor für die Heterogenität der Berichte.

 

Hepatozelluläres Karzinom der LI-RADS Kategorie 5: präoperative Gadoxetsäure- verstärkte MRT zur Stratifizierung des frühen Rezidivrisikos nach kurativer Resektion.

Wei H, Jiang H, Zheng T, et al. Eur Radiol. Springer; 2020;1–14.

Available from: http://link.springer.com/10.1007/s00330-020-07303-9.

Schlüsselwörter: LI-RADS, Risikostratifizierung, Gadoxetsäure, MRT, HCC

Klinische Frage: Welche Rolle spielt die präoperative kontrastmittelverstärkte MRT mit Gadoxetsäure bei der Risikostratifizierung eines frühen Rezidivs nach kurativer Resektion von LR-5 HCCs (v2018)?

Was wurde getan? Eine prospektive Studie zur Bewertung der Gadoxetsäure-verstärkten MRT bei 103 Patienten mit HCC (LR-5), bei denen nach kurativer Resektion ein frühes Rezidiv (innerhalb von 2 Jahren nach der Operation) auftritt.

Wie wurde dies durchgeführt?: 207 Patienten (Child-Pugh A) mit hohem Risiko für die Entwicklung von HCC (Zirrhose oder chronische Hepatitis-B-Infektion), die sich innerhalb von 2 Wochen vor der kurativen Resektion einer Gadoxetsäure-verstärkten 3,0T-MRT unterziehen mussten, wurden bis zu 2 Jahre lang beobachtet. Nur diejenigen Patienten mit pathologisch gesichertem intra- oder extrahepatischem HCC wurden eingeschlossen. Eine Cox (Proportional Hazards)-Regressionsanalyse wurde durchgeführt, um mögliche Prädiktoren für ein frühes Rezidiv zu identifizieren.

Ergebnisse: 53 von 103 Patienten hatten ein frühes Rezidiv. Zu den MRT-Befunden, die signifikant mit einem frühen Rezidiv assoziiert waren, gehörten Corona- Enhancement, peritumorale Hypointensität in der hepatobiliären Phase und Satellitenknoten. Die Patienten wurden in die Kategorien LR-5a (keiner der oben erwähnten MRT-Prädiktoren), LR-5b (ein Prädiktor) oder LR-5c (zwei oder drei Prädiktoren) stratifiziert und wiesen ein krankheitsfreies 2-Jahres-Überleben von 65%, 39% bzw. 6% auf. Ein AFP-Wert > 400 ng/mL erwies sich ebenfalls als Risikofaktor.

Schlussfolgerung: Die präoperative Vorhersage eines frühen Krankheitsrezidivs nach chirurgischer Resektion des HCC der Kategorie LR-5 kann mit Hilfe von MRT-Merkmalen wie Corona- Enhancement, peritumoraler Hypointensität in der hepatobiliären Phase und an Satellitenknoten erfolgen.

Implikationen: Gadoxetat-verstärkte MRT-Befunde wie Corona- Enhancement, peritumorale Hypointensität in der HBP und das Vorhandensein von Satellitenknoten könnten bei der Vorhersage des krankheitsfreien Überlebens helfen.

 

LEBERBILDGEBUNGSVERFAHREN

 

Abhängigkeit des kardialen Bewegungsartefakts auf den Atemzyklus in der diffusionsgewichteten Bildgebung der Leber.

Riexinger A, Laun FB, Bickelhaupt S, et al. Baltzer PAT, editor. PLoS One. Public Library of Science; 2020;15(10):e0239743.

Available from: https://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0239743.

Schlüsselwörter: MRT, Bewegungsartefakt, DWI

Klinische Frage: Kann eine diffusionsgewichtete Bildgebung in Inspiration die kardialen Bewegungsartefakt im linken Leberlappen reduzieren?

Was wurde getan?: Prospektiv-vergleichende Studie von kardialen Bewegungsartefakts auf den MRT-DWI-Sequenzen, die in Inspiration und Exspiration bei 43 Patienten mit bekannten oder vermuteten fokalen Leberläsionen erhoben wurden.

Wie wurde dies durchgeführt?: Alle Patienten wurden einer Bildakquisition mit Atemkommandos auf einem 1,5T-Scanner unterzog. DWI-Sequenzen wurden für b=50 s/mm2 und 800 s/mm2 mit Atemanhalten des Patienten bei Inspiration und Exspiration aufgenommen. Die qualitative Analyse der Sequenzen unter Verwendung einer Likert-Skala wurde von 2 Readern durchgeführt. Das normalisierte Signal wurde mittels ROIs im linken Leberlappen für beide b-Werten berechnet. Der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test wurde für die quantitative Analyse zwischen Inspiration und Exspiration für jeden Patienten verwendet.

Ergebnisse: Das normalisierte Signal war bei der Inspiration etwas höher als bei der Exspiration ohne statistische Signifikanz. Die qualitative Auswertung zeigte keine Unterschiede.

Schlussfolgerungen: Kein signifikanter Unterschied im Pulsationsartefakt im Leberlappen bei DWI-Sequenzen während der Inspiration im Vergleich zur Exspiration.

Implikationen: Während das Atemanhalten während der DWI die kardialen Bewegungsartefakt reduzieren kann, gibt es keinen signifikanten Vorteil für die Durchführung der DWI der Leber während der Inspiration gegenüber der Exspiration.

 

Staging der Leberfibrose durch halbautomatische Messung der Nodularität der Leberoberfläche im MRT.

Kim SW, Kim YR, Choi KH, et al. Am J Roentgenol. American Roentgen Ray Society; 2020;215(3):624–630

Available from: https://www.ajronline.org/doi/10.2214/AJR.19.22041.

Schlüsselwörter: MRT, Leberfibrose, halbautomatisch

Klinische Frage: Wie akkurat ist eine halbautomatische Methode zur Messung der Nodularität der Leber (Liver Surface Nodularity LSN) bei kontrastmittelverstärkter MRT für das Staging von Leberfibrose?

Was wurde gemacht:? Es wurde eine halbautomatische Software zur Quantifizierung der LSN entwickelt und im Hinblick auf die Genauigkeit gegenüber dem berechneten Metavir-Score bewertet.

Wie wurde dies durchgeführt?: Eine retrospektive Studie an 132 Patienten, die sich 6 Monate vor oder nach der Biopsie einer Gadoxetat-verstärkten Leber-MRT mit Histopathologie zum Staging der chronischen Lebererkrankung unterzogen hatten, wurde durchgeführt. Alle Patienten wiesen auch pathologische AST- und Thrombozytenserumwerte sowie einen Fibrosis-4-Index (FIB-4) auf.

Ergebnisse: Der LSN-Score und der Metavir-Score wiesen eine hohe Korrelation auf (Spearman-Koeffizient: 0,713), wobei die AUC für LSN bei 0,93, 0,98 und 0,83 für F0-F1 vs. F2-F4, F0-F2 vs. F3-F4 bzw. F0-F3 vs. F4 lagen.

Schlussfolgerung: Der LSN- Score auf der Grundlage des von den Autoren entwickelten Algorithmus weist eine hohe Genauigkeit auf und korreliert mit dem pathologischen Fibrosestadium.

Implikationen: Die potenzielle Fähigkeit zur halbautomatischen Berechnung des LSN auf der Grundlage von MRT-Merkmalen könnte sich als praktikable nicht-invasive Methode für das Staging von Leberfibrose erweisen.

 

LEBER: VERSCHIEDENES

 

MRT-Befunde des Leberparenchyms peripher von kolorektalen Lebermetastasen: Ein potentieller Prädiktor der Langzeitprognose.

Nakai Y, Gonoi W, Kurokawa R, et al. Radiology. Radiological Society of North America; 2020;202367.

Available from: http://pubs.rsna.org/doi/10.1148/radiol.2020202367.

Schlüsselwörter: MRT, kolorektale Metastasierung, Prognose

Klinische Frage: Können wir die Langzeitprognose durch bildgebende Befunde innerhalb des Leberparenchyms peripher von kolorektalen Lebermetastasen (CRLMs) mittels Gadoxetat-verstärkter MRT vorhersagen?

Was wurde getan?: Die Beziehung zwischen MRT-Befunden im Leberparenchym peripher von kolorektalen Lebermetastasen und pathologischen Gefäßen sowie Gallengangsinvasionen wurde untersucht.

Wie wurde es durchgeführt?: Eine retrospektive Studie an 106 Patienten, die sich vor der kurativen Operation eines CRLM ohne neoadjuvante Chemotherapie einer Gadoxetat- verstärkten MRT unterzogen wurde durchgeführt. Drei Radiologen beurteilten die frühe Kontrastmittelanreicherung, die verminderte Kontrastaufnahme und die Gallengangserweiterung peripher von den CRLMs im MRT. Alle Tumorproben wurden erneut auf eine Invasion der umgebenden Venen und Gallengänge untersucht. Zur Identifizierung von Prädiktoren für das rezidivfreie Überleben und das Gesamtüberleben wurden das Cox-Proportional-Hazard-Modell und das Bayes’sche Informationskriterium verwendet.

Ergebnisse: 148 CRLMs bei 106 Patienten wurden ausgewertet. Gallengangserweiterungen peripher zum Tumor waren mit einer pathologischen Pfortader- und Gallengangsinvasion sowie einer kürzeren rezidivfreien Zeit und Gesamtüberleben assoziiert. Eine Kombination aus früher Kontrastmittelanreicherung, reduzierter Gadoxetsäure- Aufnahme und Gallengangsdilatation peripher zum Tumor war prädiktiv für ein schlechtes Outcome.

Schlussfolgerungen: Die MRT-Befunde der Peripherie der CRLMs waren Prädiktoren für die Langzeitprognose nach kurativer Operation.

References
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